Geschichte entdecken
Ein Blick ins Internatsleben um 1900
Internatsmuseum Stift Keppel
Das in Deutschland einzigartige Internats-Museum zeigt die Lebens- und Arbeitssituation der Internats-Schülerinnen als Momentaufnahme des Jahres 1900.
Hier wird in den ursprünglichen Räumen auf die Gründung des Mädchen-Internates - der Stift Keppelschen Schul- und Erziehungsanstalt - im Jahr 1871 verwiesen und eine authentische Einrichtung geboten, die zu großen Teilen originales Mobiliar und Ausstattungsgegenstände zeigt. Geist und Geschmack der Gründerzeit spiegeln sich in den liebevoll und detailverliebt eingerichteten Zimmern.
Die vollständig eingerichteten Räume vermitteln den Eindruck, den Alltag der Internats-Schülerinnen begleiten zu können. Schlafsaal, Arbeitsraum, Aufenthaltsraum, Bibliothek und die Wohnung der Stifts-Oberin ermöglichen eine Zeitreise, die eine persönliche Erfahrung der Vergangenheit ermöglicht. Es scheint, als hätten die ehemaligen Bewohnerinnen die Räume gerade erst verlassen.
Eine jederzeit buchbare Führung durch diese inszenierten, aber authentisch eingerichteten Räume beantwortet Fragen zu Lebenswelt, Einrichtung, Erziehung und Geschmack des beginnenden 20. Jahrhunderts.
Das Internatsmuseum Stift Keppel ist ein publikumsorientierter Lern- und Erlebnisort, der alle Generationen anspricht und begeistert!
Wir freuen uns auf Ihre Besuch!
„Es scheint, als
hätten die
ehemaligen
Bewohnerinnen
die Räume gerade
erst verlassen.“

Stiftskirche im Winter
Foto: Kirsten Schwarz
Eindrücke
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Vergangene Ereignisse

Tag des offenen Denkmals 2024

Internatsgeist vor 100 Jahren
Geschichte
Das erstmals 1239 erwähnte Stift Keppel ist heute ein koedukatives Gymnasium, Tagungshaus und Veranstaltungsort für zahlreiche kulturelle Angebote. Vielen Besuchern des ansehnlichen Gebäudes ist jedoch nicht bekannt, dass es einstmals ein Prämonstratenserinnenkloster, dann ein adliges Damenstift und ab 1871 eine höhere Töchterschule mit Internat beherbergte.
Das Internat wurde vom preußischen Staat errichtet. Es war zunächst in erster Linie zur Versorgung der verwaisten Töchter des verdienten Offiziersadels gedacht. Zur ersten Stiftsoberin wurde Nanny von Monbart berufen. 1872/73 erweiterte man das Ausbildungsangebot der Schule durch die Einrichtung eines Lehrerinnenseminars. Die Internats-Räume wurden im sog. ‚Neuen Haus‘ eingerichtet, welches 1735 an die mittelalterliche Stiftskirche angebaut worden war. Die Schülerinnen wohnten Wand an Wand mit ihren Lehrerinnen. Sie lernten nicht nur die feine Lebensart, sondern erhielten auch eine umfassendere Bildung.
Das Internat bestand, später als integraler Teil des Gymnasiums, bis 1986. Danach wurde es aufgelöst, die Zimmer im Obergeschoss leer geräumt und die Einrichtungsgegenstände auf den Stifts- und Kirchendachboden verbracht. Seitdem dienten die Räume als Abstellkammern.
Am Anfang des neuen Jahrtausends hatte Dorothea Jehmlich, ehemalige Lehrerin am Gymnasium, die Idee, in den alten Räumlichkeiten ein Internatsmuseum einzurichten. Mit tatkräftiger Unterstützung durch die Stiftsverwaltung ging sie ans Werk und holte, zusammen mit ihrem Ehemann und einigen Freunden und Freundinnen, das verbliebene Mobiliar vom Dachboden: Schränke, Vertikos, Schreibtische, historische Stahlrohrbetten und Waschtische. In einem vergessenen Kleiderschrank fand sie überdies alte Damenhüte und Kleider aus der Gründerzeit, wahrscheinlich aufbewahrt für Theateraufführungen. Der Ausgestaltung des Museums kam zudem zugute, dass Keppel über alte Erlebnisberichte in noch vorhandenen Jahrbüchern und Schwarz-Weiß-Fotos der frühen Jahre verfügt.

Lehrerinnen des Internats.
Aufnahmedatum unbekannt.
Mit diesen Schätzen konnte Frau Jehmlich 2003 das Museum im Obergeschoss des Stifts mit dem Wohn- und Arbeitszimmer einer Stiftsdamenlehrerin eröffnen. Zwei Jahre später erfolgte die Erweiterung um einen Wohn-und Schlafraum von vier Schülerinnen. 2012 kam ein weiteres (Schülerinnen-) Wohn-und Arbeitszimmer hinzu sowie die historische Bibliothek. Letztere ist besonders sehenswert, zeigt sie doch, in Regalen bis unter die Decke, die prächtigen Bücher aus der Zeit um 1900, die sich in Keppelschen Besitz befanden. Die alten Werke werden im modernen Schulbetrieb nicht mehr benutzt, konnten so aber für das Museum gerettet werden.
Besucherinformationen
Öffnungszeiten
Das Museum ist nur mit Führung zu besuchen.
Ansprechpartner
Kirsten Schwarz
E-Mail: schwarzk@stiftkeppel.de
Tel.: 02733 691209
Adresse
Stift Keppel Weg 37
57271 Hilchenbach
Das Museum befindet sich auf dem Gelände des Gymnasiums Stift Keppel. Parkmöglichkeiten befinden sich auf dem Schulparkplatz und an der Stiftskirche. Die Anfahrt mit Bus und Bahn ist möglich.
Eintritt
Das Museum erhebt keinen Eintritt. Spenden für den Erhalt des Museums sind jedoch willkommen.
Barrierefreiheit
Das Museum ist leider nicht barrierefrei.
Die Räumlichkeiten befinden sich im 3. Stockwerk, es ist kein Aufzug vorhanden.
Verein der Freunde und Förderer des Internatsmuseums Stift Keppel e. V
Um dieses einmalige Museum und sein ungewöhnliches und anschauliches Konzept zu erhalten und weiter zu entwickeln, wurde im Oktober 2023 ein Museums-Förderverein gegründet.
In den Bereichen Digitalisierung, Archivierung und Vermittlung sollen nun mit Hilfe des Vereins Projekte gestartet werden, um die Bekanntheit und Attraktivität des Museums zu steigern.
Das Internatsmuseum Stift Keppel ist ein publikumsorientierter Lern- und Erlebnisort, der alle Generationen anspricht und begeistert!
Helfen auch Sie mit einer Mitgliedschaft, das Museum zu erhalten und neue Projekte auf den Weg zu bringen!
Sollten Sie Fragen zur Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an die 1. Vorsitzende Frau Annette Dilling unter folgender E-Mail Adresse: annette.dilling@gerddilling.de